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Pressemitteilung, 05.07.2023

Hy-NATuRe – HyExpert Reutlingen/Tübingen stellt Roadmap für Wasserstoff-Region vor

Seit gut einem Jahr treiben die Landkreise Tübingen und Reutlingen das Thema grüner Wasserstoff mit dem Projekt „Hy-NATuRe“ (Wasserstoff – Neckar-Alb-Tuebingen-Reutlingen) gemeinsam voran. Am Donnerstag, 29. Juni 2023, fand die vorläufige Abschlussveranstaltung des Projekts mit 60 regionalen Akteuren an der Westspitze in Tübingen statt.

Dort wurde die gemeinsam entwickelte Roadmap für eine regionale Wasserstoffwirtschaft präsentiert. Sie wurde von ausgewählten Wasserstoffexperten unter Leitung des Ingenieurbüros für Wasserstofftechnologien EMCEL erarbeitet. Enthalten sind Handlungsempfehlungen, die sich an Politik, Verwaltung und Unternehmen der Region Neckar-Alb richten. Um eine regionale Wasserstoffwirtschaft zu etablieren, sollte das entstandene Wasserstoffnetzwerk ausgebaut und die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden. Empfohlen wird in der Roadmap auch, Lernwerkstätten einzurichten und Genehmigungsprozesse gerade für kleine Wasserstofferzeuger zu vereinfachen.

Zur Abschlussveranstaltung kamen rund 60 aktiv beteiligte Akteure aus den Bereichen Wasserstofferzeugung, Wasserstoffverteilung, Wasserstoffnutzung und Wasserstoffwissen zusammen, um die Ergebnisse des Projekts zu diskutieren. Im Gespräch mit den Expertinnen und Experten konnten sich die Teilnehmenden über Fördermöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit und Geschäftsmodelle sowie Technologie- und Marktentwicklungen informieren und austauschen.

Der Reutlinger Landrat Dr. Ulrich Fiedler freute sich über die breite Beteiligung der Region am Projekt: „Unser Ziel ist es, eine der führenden Wasserstoffregionen zu werden. Denn wir sind überzeugt, dass die Wasserstofftechnologie einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation unserer Region in eine klimaneutrale Zukunft leisten wird.“

Erzeugungs- und Bedarfspotenziale von Wasserstoff
Grundlage der Roadmap sind Berechnungen, wie viel Wasserstoff potenziell in der Region benötigt wird und auch erzeugt werden könnte. Prognosen zufolge wird der Wasserstoffbedarf in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen bis 2030 bei etwa 1.500 Tonnen bzw. 50 Gigawattstunden und bis 2045 bei etwa 13.500 Tonnen bzw. 450 Gigawattstunden liegen, vor allem im Verkehrssektor. Die Erzeugungs- und Bedarfspotenziale werden in einer Modellierung gegenübergestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass ca. bis zum Jahr 2035 ein Großteil des benötigten Wasserstoffs regional erzeugt werden kann.

Zahlreiche Vorhaben zur Erzeugung von grünem Wasserstoff aus erneuerbarem Strom mittels Elektrolyse sowie aus Biogas sind bereits in der Region im Gange. Der erzeugte Wasserstoff soll zukünftig unter anderem für den Betrieb von Wasserstoffbussen im öffentlichen Personennahverkehr, von Wasserstoff-LKW in der Logistik und von Wasserstoffnutzfahrzeugen, z.B. Müllfahrzeugen genutzt werden. Auch der Einsatz von wasserstoffbetriebenen Zügen ist denkbar. Mittelfristig soll der Einsatz von regionalem, grünen Wasserstoff im Bereich Gebäudetechnik und die Umstellung von Industrieprozessen dazu beitragen, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen in den Landkreisen zu verringern.

Von der Praxistauglichkeit verschiedener Wasserstofffahrzeuge konnten sich die Teilnehmenden der Abschlussveranstaltung direkt auf dem Gelände der Westspitze ein Bild machen: Dort wurden der neue Brennstoffzellenbus der SSB, ein Toyota Mirai und ein wasserstoffbetriebenes Lastenrad vorgestellt.

Die Zukunft von Hy-NATuRe
Das Hy-NATuRe-Projekt hat gezeigt, dass eine regionale Wasserstoffwirtschaft in der Neckar-Alb-Region möglich ist und dass es bereits viele Akteure gibt, die an der Umsetzung arbeiten. Die Zusammenarbeit und Vernetzung der Akteure werden auch in Zukunft wichtig sein, um die Potenziale von Wasserstoff in der Region zu heben.

Eine aktuell für das Projekt durchgeführte Umfrage verdeutlicht, dass die beteiligten Akteure weiterhin das Interesse und den Bedarf an einer Fortsetzung der Aktivitäten von Hy-NATuRe haben. Dazu gehören Netzwerktreffen, Workshops und Informationsveranstaltungen, um die Wasserstoffwirtschaft in der Region weiter voranzubringen. Die beiden Landkreise werden das Netzwerk weiterführen und freuen sich auf die Chance, einen Beitrag zur Energiewende in der Region zu leisten. Die Abteilungsleiterin der Wirtschaftsförderung des Landkreises Tübingen Anke Armbrust-Hikel betonte: „Der Landkreis Tübingen als Innovationsstandort unterstützt den Grünen Wasserstoff als Energieträger und wichtige technologische Weiterentwicklung, dessen Produktion und Einsatz ein bedeutender Baustein für eine nachhaltige Zukunft unserer regionalen Wirtschaft ist und ein lokaler Beitrag zur Umsetzung der europäischen Klimaschutzziele.“

HyLand Wasserstoffregionen
„HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ ist ein 2019 vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) ausgerufener Wettbewerb, der sich bereits in der zweiten Runde befindet. In der ersten Runde war der Landkreis Reutlingen 2020/21 bereits als HyStarter-Region erfolgreich.

In der zweiten Wettbewerbsstufe HyExperts haben sich die Landkreise Reutlingen und Tübingen gemeinsam erfolgreich beworben. Die Entwicklung der Region „Hy-NATuRe“ als Wasserstoffregion wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP2) mit insgesamt 400.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

Quelle Originalmeldung: Landkreis Tübingen

Kontakt
Michael Graß (NOW GmbH)
Manager Presse und Publikationen Kommunikation HyLand
michael.grass@now-gmbh.de

HyBayern – Grüne Wasserstoffmodellregion

Aufbau eines geschlossenen Kreislaufs aus grüner H2 Erzeugung, -verteilung und -nutzung
Landkreis Landshut, Ebersberg, München
Projektvolumen
42 Mio. Euro
Laufzeit
2020-2025
Durch die Nutzung des grünen Wasserstoffs als Kraftstoff für den Betrieb von 35 neuen Brennstoff­zellen- Bussen, 30 Pkw, Flurförder­zeugen und dem geplanten Wasserstoff-Technologie-Anwender­zentrum werden jährlich bis zu 4.500 Tonnen CO2 Tonnen CO2 eingespart.