HyExperts I:

HyAllgäu 

Landkreis Oberallgäu

Ziel: Wirtschaftliche und regionale Gewinnung von grünem Wasserstoff

Projektvolumen: 300.000 EUR

Laufzeit: 01/20 bis 01/21

Projektbeschreibung

Der Landkreis Oberallgäu ist der südlichste Landkreis in Deutschland und umschließt die kreisfreie Stadt Kempten. Das Gebiet umfasst alpines und voralpines Gelände und ist von besonderem touristischem Interesse. Mit rund 42 Übernachtungen pro Einwohner (über 9 Mio. Übernachtungen im Jahr 2019) ist die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Region hoch. Dennoch ist die Wirtschaftsstruktur heterogen und von überwiegend mittelständischen Unternehmen geprägt. Diese tragen insgesamt den größten Teil zur Bruttowertschöpfung bei. Die Region verfügt über einen äußerst wertvollen, biodiversen Naturraum und dieser erfährt eine hohe Wertschätzung durch die EinwohnerInnen. Daraus erwächst ein starkes Umweltbewusstsein und eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz, die sich beispielsweise an der Teilnahme am Förderprogramm Masterplan 100{10fa2557b41e852a1d0f28b5eec2f77c9c2a507c8c22bae7aafda37f2b93945d} Klimaschutz zeigte, in das insgesamt nur rund 40 Kommunen in Deutschland aufgenommen wurden. Zwei davon sind Kempten (2012) und das Oberallgäu (2016).

In der Region Allgäu wird im Rahmen der Energie- und Mobilitätswende die Elektrifizierung des Zugverkehrs angestrebt. Da der Bau von Oberleitungen auf absehbare Zeit zu aufwendig ist, soll dies durch Züge erfolgen die mit EE-Wasserstoff, idealerweise aus der Region, angetrieben werden. 

Mit dem Projekt ‚HyAllgäu – Wirtschaftliche und regionale Gewinnung von EE-Wasserstoff‘ plant das Projektteam den Einstieg in die Wasserstofftechnologie. Mit dem Stromüberschuss der Kläranlage von min. ca. 2 GWh/a lassen sich min. 30 t Wasserstoff im Jahr produzieren. Gerade dieser Strom ist für eine wirtschaftliche Wasserstoffproduktion sehr geeignet, da er ganzjährig konstant anfällt. Damit lassen sich wirtschaftliche Nachteile volatiler Stromerzeuger ausgleichen und Netzentgelt vermeiden.“

HyAllgäu versteht sich als Vorstufe eines Großprojektes zur Gewinnung von Wasserstoff um Energie- und Transportanwendungen mit regionalen erneuerbaren Wasserstoff-Ressourcen versorgen zu können. Es sollen zunächst möglichst viele Standorte zur wirtschaftlichen Produktion von EE-Wasserstoff identifiziert werden. Realistische Standorte wären eine große Kläranlage oder eine Müllverbrennungsanlage, darüber hinaus kommen weitere dezentrale Standorte in Frage oder über die Option eines virtuellen Kraftwerks auch eine Bündelung verschiedener Energieströme. Für eine angestrebte Realisierung der Produktion von EE-Wasserstoff wird der Bedarf in der Region ermittelt. Regionale ÖPNV-Flotten werden hierfür exemplarisch betrachtet genauso wie exemplarisch ausgewählte Gewerbebetriebe. Für die Projektierung der Tankstellen an strategischen Fernverkehrsknotenpunkten sollen jeweils Roadmaps zum Vorgehen erstellt werden. Flankiert wird die Potenzial-Studie durch wissenschaftliche Begleitung und Öffentlichkeitsarbeit.

Übergeordnetes Ziel ist die Entwicklung eines Gesamtüberblicks („Quellen-/Senkenkataster“) an Erzeugungsanlagen und Verbrauchern. Eine Gegenüberstellung ermöglicht eine Entscheidung, ob die dezentrale oder die zentrale Erzeugung sinnvoller ist. Das Quellen-/Senkenkataster sichert später die bedarfsgerechte Produktion und wirtschaftliche Auslastung der zukünftigen Investitionen und bildet die Grundlage für weiterführende Entscheidungen. 

Projektansprechpartner
Simon Steuer (Klimaschutzbeauftragter)
Landkreis Oberallgäu
klimaschutz@lra-oa.bayern.de

Thomas Weiß (Klimaschutzbeauftragter)
Stadt Kempten
klimaschutz@kempten.de

allgaeu-klimaschutz.de/wasserstoffzukunftsregion-allgaeu.html

HyBayern – Grüne Wasserstoffmodellregion

Aufbau eines geschlossenen Kreislaufs aus grüner H2 Erzeugung, -verteilung und -nutzung
Landkreis Landshut, Ebersberg, München
Projektvolumen
42 Mio. Euro
Laufzeit
2020-2025
Durch die Nutzung des grünen Wasserstoffs als Kraftstoff für den Betrieb von 35 neuen Brennstoff­zellen- Bussen, 30 Pkw, Flurförder­zeugen und dem geplanten Wasserstoff-Technologie-Anwender­zentrum werden jährlich bis zu 4.500 Tonnen CO2 Tonnen CO2 eingespart.
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